Water Brigade 2014

Im Frühjahr 2014 haben wir - 26 Studierende der WWU Münster - uns auf den Weg nach Zentral-Ghana gemacht, genauer gesagt in das Dorf Srafa Abuano, um dort zwei jeweils ca. 10.000 Liter fassende Wassertanks und eine Latrine zu bauen, die für mehrere Familien eine ganzjährige saubere Wasserversorgung sicherstellen sollten sowie einen Beitrag zur Steigerung der Hygiene leisten würden.

 Nach einer herzlichen Willkommenszeremonie, hatten wir die Gelegenheit die Bewohner des Dorfes und besonders die Familien kennenzulernen, mit denen wir unser Bauprojekte realisieren wollten. Mit dabei immer unsere ghanaischen GB Advisors, die uns jeden einzelnen Schritt erklärten und die Kommunikation mit den Familien meist erst möglich machten, indem sie für uns aus dem Fante (das ist die Sprache, die in diesem Teil Ghanas gesprochen wird) auf Englisch übersetzten. Hochmotiviert begannen wir also zusammen mit ghanaischen Maurern und den Familien mit der Arbeit. Das war wirklich sehr anstrengend. Erstens weil wir alle aus dem doch recht winterlichen Deutschland aufgebrochen waren, und uns erst langsam an das tropische Klima gewöhnten und zweitens, weil wir fast alles mit der Hand machen mussten. Dafür waren die Aufgaben sehr abwechslungsreich und reichten vom Zement Mischen mit Spaten, über Maschendraht verknüpfen bis hin zu einfachen Maurerarbeiten. Nach mehreren Tagen näherten sich die Bauwerke ihrer Fertigstellung und bekamen durch einen blau-weißen Wandanstrich und Muschelverzierungen ihren letzten Schliff. Der nächste Tag stand ganz im Zeichen der Health Education. Eine Gruppe besuchte eine Schulklasse und erarbeiteten auf spielerische Art und Weise mit ihnen an Hand von selbstgebastelten Plakaten, welche Art von Wasser sie für welche Tätigkeiten benutzen konnten (z.B. Regenwasser vs. Abgekochtes Wasser). Währenddessen erklärte ein anderer Teil unserer Gruppe den stolzen neuen Wassertank bzw. Latrinenbesitzern wie sie diese sauber halten könnten und was im Falle einer Beschädigung zu tun sei. Die übrigen von uns zeigten den Erwachsenen der Community mit Hilfe von Bakterienkulturen auf Agarplatten, dass ungefiltertes Wasser aus dem Regenwassertanks nicht sauber ist, auch wenn es klar aussieht. Dieses anschauliche Experiment, nahmen die Dorfbewohner sehr interessiert auf und diskutierten auch noch selber weiter darüber. Jetzt hieß es Abschied nehmen, was uns gar nicht leicht fiel, nach den vielen gemeinsamen Arbeitsstudenten, Gesprächen und gemeinsamen Gesängen, die uns noch mal einen ganz anderen Einblick in die Kultur Ghanas gaben.

Für uns alle war das Projekt ein sehr einschneidendes Erlebnis und eine tolle Erfahrung und Bereicherung. Vor allem die allabendlichen Diskussionsrunden mit unseren ghanaischen Advisorinnen ließen uns viele Aspekte des Projekts noch einmal aus ganz anderen Blickwickeln betrachten. Damit konnten wir für mehrere Familien eine ganzjährige saubere Wasserversorgung sicherstellen sowie einen Beitrag zur Steigerung der Hygiene leisten.

 

Nachbericht Water Brigade 2014.pdf
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Warum eine Water Brigade?

  • über 80% aller Erkrankungen werden in Ghana durch verunreingtes Trinkwasser und schlechte Sanitäranlagen übertragen
  • eine Familie verbringt durchschnittlich 2 Stunden am Tag nur damit, Wasser zu holen
  • 36% der Menschen in Ghana haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser
  • es werden trotzdem nur 4% der gesamten Entwicklungshilfe zur Verbesserung der Wasserversorgung eingesetzt

Ein kleiner Einblick in eine Water Brigade

Mit freundlicher Genehmigung von "Global Brigades SDI München"

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